Details
ISBN/EAN: 978-3-498-00321-0
Einband: gebundenes Buch
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Erschienen am:
15.05.2026
15.05.2026
Sprache:
Deutsch
Deutsch
Umfang:
128 S.
128 S.
Format (T/L/B):
1.6 x 21 x 13.3 cm
1.6 x 21 x 13.3 cm
Hersteller:
Rowohlt Verlag GmbH
Rowohlt Verlag GmbH
produktsicherheit@rowohlt.de
Kirchenallee 19
DE 20099 Hamburg
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Beschreibung
Nach "Vaters Kiste" wendet sich Lukas Bärfuss nun in einem bewegenden autobiografischen Essay dem Leben seiner Mutter zu. Eine kleine Stadt in der Schweiz. Ein Haushalt mit einer Frau und ihrem Sohn. Es gibt keinen Mann, es gibt Männer. Und an Geld herrscht immer Mangel, an Zärtlichkeit erst recht. Die Mutter von Lukas Bärfuss war eine Frau ohne Bildung und ohne Perspektiven, dafür mit einem unstillbaren Freiheitsverlangen. Das Kind sah sie als Fessel, sie hatte sich dieses Leben nicht ausgesucht. Eine Rabenmutter, so nannte sie sich selbst; ihr Sohn landete auf der Straße. Sie hatte nur die Waffe der Ohnmächtigen, das böse Maul. Und im Alter blieb ihr kein anderer Ausweg als die Armutsmigration in die Dominikanische Republik, aus einem der wohlhabendsten Länder der Welt, in dem der Lebensabend unerschwinglich für sie war. Der Sohn musste sich früh in der Kunst üben, seine Mutter zu überleben. Und in der Rückschau stellt er sich die Frage, wo in einem elenden Leben die persönliche Verantwortung aufhört und die einer ganzen Gesellschaft beginnt. Ein aufrüttelndes Buch, für Leserinnen und Leser von Edouard Louis und Annie Ernaux.
Über Lukas Bärfuss
Lukas Bärfuss, geboren 1971 in Thun, ist Dramatiker, Romancier und streitbarer Publizist. Seine Stücke werden weltweit gespielt, die Romane sind in zwanzig Sprachen übersetzt. Lukas Bärfuss ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und lebt in Zürich. Für seine Werke wurde er u.a. mit dem Berliner Literaturpreis, dem Schweizer Buchpreis und dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.Zuletzt erschienen Vaters Kiste (2022) und Die Krume Brot (2023).
Rezension
Diesmal ist ihm sein bestes Buch überhaupt gelungen, und das liegt ganz einfach an der unerhörten Vielfalt des Buches. Meisterhaft.Wenn man Literatur auch dokumentarisch definiert als das, was erzählt werden muss, weil es noch nicht erzählt wurde, dann muss diese starke Geschichte nicht nur erzählt, sondern auch gelesen werden.Was dann auf gerade einmal 120 Seiten folgt, ist tatsächlich 'Ein kurzes Buch über meine Mutter', und doch viel mehr: eine ganze Gesellschaftsanalyse anhand ihres individuellen Falls. Die aber literarisch höchsten Ansprüchen genügt.Warum um Himmels willen soll man so etwas im Urlaub lesen? Weil es in verdichteter Form Weltliteratur ist.Die Krönung der autobiografischen Chronik, die letzte Leerstelle, die selbst eine Leerstelle ist: das Aufwachsen ohne Mutter.Ein Buch, das unter die Haut geht.Was für ein ungeheuerliches, schonungsloses, ehrliches und lesenswertes
Buch!Es ist bedrückend und beeindruckend zugleich, mit welcher Ehrlichkeit und mit welcher Wortgewalt Bärfuss über die Mutter schreibt.Im Zentrum dieses lesenswerten Essays steht der weibliche Überlebenskampf. Dass dieser nicht selten scheitert, so kann man den Autor verstehen, hat System.Zugleich persönliche Trauerarbeit, Selbstreflexion und literarische Annäherung an eine komplexe FrauMit diesem Buch ist Lukas Bärfuss ein herausragendes Werk gelungen. Er lässt das Politische und das Private in seiner unverwechselbaren Sprache ineinanderfliessen.Ein harter, ein roher und ein unglaublich naher Bericht aus dem Inneren einer Kindheit in Armut.Eine brillant geschriebene und ergreifende LektüreEin bewegendes Zwiegespräch mit einer Toten, eine Geschichte, die mit dem Sterben erst beginnt.Eine Mutter, die von ihrem Sohn glühend verteidigt wird. Trotz allem.