Details
ISBN/EAN: 978-3-498-00341-8
Einband: gebundenes Buch
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Erschienen am:
18.10.2022
18.10.2022
Sprache:
Deutsch
Deutsch
Umfang:
96 S.
96 S.
Format (T/L/B):
1.4 x 21 x 13.1 cm
1.4 x 21 x 13.1 cm
Hersteller:
Rowohlt Verlag GmbH
Rowohlt Verlag GmbH
produktsicherheit@rowohlt.de
Kirchenallee 19
DE 20099 Hamburg
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Beschreibung
Ein Gedenken an den verstorbenen Vater, ein Nachdenken darüber, was erben heißt, ein kämpferischer Aufruf, aus der Falle des alternativlosen Denkens und Handelns auszubrechen. Das Erbe seines Vaters hat Lukas Bärfuss ausgeschlagen: Es waren vor allem Schulden. Geblieben ist nur eine Kiste, die der Sohn nach funfundzwanzig Jahren zum ersten Mal in Augenschein nimmt und die ihn zuruckfuhrt in seine eigene, schwierige Kindheit, in eine Jugend auf der Straße. Die Fragen werden drängend: Was hat er geerbt von seinem abwesenden, kriminellen Vater? Wie steht es um ein auf Privatvermögen zielendes Erbrecht, das uns, obwohl kaum hundert Jahre alt, wie ein Naturgesetz vorkommt? Wie steht es um die Verantwortlichkeit jenseits der familiären Bindung, wie steht es um die Teilhabe der Nachgeborenen, deren Schicksal wir bestimmen mit dem, was wir ihnen hinterlassen, mit unserem Erbe, unserem Mull? Antworten werden sich nicht finden lassen, solange das planende Denken vor dem Wegfall aller Selbstverständlichkeiten die Augen verschließt, solange es sich einer Enttäuschung verweigert, die uns die wichtigen Fragen erst ermöglichen wurde: Wollen wir weiter so leben wie bisher?Und wenn nicht: wie dann?
Über Lukas Bärfuss
Lukas Bärfuss, geboren 1971 in Thun, ist Dramatiker, Romancier und streitbarer Publizist. Seine Stücke werden weltweit gespielt, die Romane sind in zwanzig Sprachen übersetzt. Lukas Bärfuss ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und lebt in Zürich. Für seine Werke wurde er u.a. mit dem Berliner Literaturpreis, dem Schweizer Buchpreis und dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.Zuletzt erschienen Vaters Kiste (2022) und Die Krume Brot (2023).
Rezension
Ein dramaturgischer Leitfaden für das Denken in Zusammenhängen ... es gibt kaum etwas, das in diesen desorientierten und existenziell bedrohlichen Zeiten dringender gebraucht wird.Durch die Kiste wühlend, macht sich Bärfuss, Büchner-Preisträger von 2019, Gedanken über das, was wir haben, und das, was uns zusteht, kommt vom Persönlichen ins Grundsätzliche, und aus den Erinnerungen schält sich ein Essay heraus, der berührt und belehrt.Pandemie, Energiekrise, Klimawandel: Was hinterlassen, was "vererben" wir unseren Kindern und Enkelkindern? Lukas Bärfuss hat sich mit diesem Thema auseinandergesetzt und einen brillant geschriebenen Essay verfasst.Wir müssen Individualität und Freiheit neu denken lernen. Dazu gibt dieses kleine Werk eine fantastische Anleitung, dessen Lektüre immer wieder geradezu epiphanische Momente gewährt.Einmal begonnen, legt man das Buch nicht mehr aus der Hand.Manch einer, der dieses Buch liest, wird sich womöglich wundern, ärgern oder empören. Gleichzeitig eröffnet es einen grundlegend neuen Blick auf Selbstverständlichkeiten, die diese Gesellschaft in große Probleme geführt haben.Bärfuss’ bislang persönlichster Text.Das neue Buch von Lukas Bärfuss trägt keine Gattungsbezeichnung. Seine Prosa vermischt brillant geschriebene biografische Enquête und politische Reflexion in kühner Essayform."Vaters Kiste" ist zunächst einmal eine Herkunftsgeschichte oder genauer: eine Geschichte von der Unmöglichkeit, der eigenen Herkunft zu entkommen. Dieses Genre ist jüngst erst mit dem Nobelpreis für Annie Ernaux geadelt worden, und auch Lukas Bärfuss demonstriert eindrucksvoll, welch literarische Wucht eine solche Erzählung entfalten kann.Und diese Kiste, die zieht einen total rein.Nicht der tumbe Ruf nach Enteignung erklingt in diesem klugen Essay: ... Bärfuss' Vision schöpft aus eigener Erfahrung.
Schlagzeile
'Dem Autor und Büchnerpreisträger Lukas Bärfuss geht es in jeder Zeile um das Ganze.' Süddeutsche Zeitung