Details
ISBN/EAN: 978-3-911804-02-8
Einband: Paperback
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Auflage:
1. Auflage 2025
1. Auflage 2025
Erschienen am:
03.12.2025
03.12.2025
Sprache:
Deutsch
Deutsch
Umfang:
384 S.
384 S.
Format (T/L/B):
3 x 21 x 13 cm
3 x 21 x 13 cm
Hersteller:
tentare Verlag
Stephan Gregory
info@tentare.de
Obere Hauptstr. 38
DE 85354 Freising
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Stephan Gregory
info@tentare.de
Obere Hauptstr. 38
DE 85354 Freising
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Beschreibung
Im Maschinenraum der Gegenwartskunst: Karen van den Berg analysiert künstlerische Großproduktionen im Spannungsfeld von Luxusökonomie und Aktivismus, Marktlogik und Autonomieanspruch. Für die Kunstbiennalen des 21. Jahrhunderts sind spektakuläre und raumgreifende Installationen stilprägend. Seither gleichen Künstlerstudios mehr und mehr mittelständischen Unternehmen. Darüber hinaus entstanden hochgradig spezialisierte Fabrikationsbetriebe, in denen Heerscharen von Künstler:innen und Handwerker:innen den international gefeierten Stars zuarbeiten. Karen van den Bergs Große Kunst gewährt Einblicke in den Maschinenraum der gegenwärtigen Kunstfabrikation. Das Buch zeichnet die Folgen und Effekte des managerial turn in den Künsten nach und legt Fallstudien zur Studiopraxis von El Anatsui, Olafur Eliasson, Katharina Grosse, Damien Hirst, Jeff Koons und einzelnen Kunstfabrikationsfirmen vor. Dabei zeigt sich, dass die schieren Größendimensionen immer neue Professionalisierungsschübe zur Folge haben und nicht nur den Produktionsapparat verändern, sondern auch die Idee selbstbestimmter künstlerischer Arbeit überhaupt. Falls das Buch über diese Plattform nicht lieferbar sein sollte: Sie können es in jeder lokalen Buchhandlung bestellen und meist schon am nächsten Tag abholen. Oder Sie lassen es sich direkt vom Verlag zuschicken, mit schnellem und (in Deutschland) kostenlosem Versand: tentare.de
Rezension
Beate Scheder: Das Atelier, der mächtige Produktionsapparat. In ihrem Buch »Große Kunst« untersucht die Kunsthistorikerin Karen van den Berg das »Hyperwachstum in der Studiopraxis« (Rezension auf den Kulturseiten der taz, erschienen am 15.01.2026)
(Auszug:)
Karen van den Berg ist Professorin für Kunsttheorie & inszenatorische Praxis an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Die Kunsthistorikerin hat selbst zahlreiche Ausstellungen kuratiert und forscht insbesondere zu den Produktionsbedingungen von Kunst. In früheren Publikationen hat sie sich etwa mit Formen politischer Kunst beschäftigt.
Für ihr neues Buch hat sie gemeinsam mit der Soziologin Ursula Pasero über einen Zeitraum von sechs Jahren zahlreiche Interviews geführt und Studiobesuche unternommen. Dabei widmete sie sich insbesondere jenen „unsichtbaren Händen“, die dafür sorgen, dass aus einem künstlerischen Konzept ein spektakuläres Werk wird, wie auch all den hochspezialisierten Dienstleistungs- und Fertigungsbetrieben, die daran beteiligt sind.
Aufschlussreich ist van den Bergs Buch vor allem da, wo sie an konkreten Beispielen untersucht und kritisch zuspitzt, wie sich heutige Mega-Künstler:innen organisieren. Katharina Grosse wird dort aufgeführt, die selbst von ihrem „Apparatus“ spricht, dem sie stets ausführliche „Credits“ zuteilkommen lässt und dessen Zentrum sie selbst als Künstlerin bildet.
Sie nennt auch El Anatsui und sein Studio im nigerianischen Nsukka. Dort knüpfen Assistent:innen in Abertausenden Stunden Handarbeit Rohmaterial – von recycelten Aluminiumschraubdeckeln bis zu Schnapsflaschen – zu riesigen Gobelins zusammen. Das Studio sei „durch eine geteilte lebensweltliche Tiefe“ geprägt, „die es mit den Kleinbetrieben, Gebrauchsgegenständen und Alltagspraktiken der Umgebung verbindet“.
Oder Ólafur Elíasson, der mittlerweile drei GmbHs betreibt, eine dreistellige Zahl an Mitarbeiter:innen in slicken Design-Labor-ähnlichen Büro-Werkstätten beschäftigt und der „beinahe alles, was in seinem Studio passiert, zur experimentellen Forschung“ erklärt.
All das hat vielschichtige Gründe, die van den Berg nachzuzeichnen versucht. Was bei alldem mitschwingt, ist die Frage, was es mit der Kunst macht, wenn sie in immer stärker durchprofessionalisierten Zusammenhängen entsteht. „Womöglich verliert sie nicht nur ihren Reiz, sondern auch ihre gesellschaftliche Funktion“, überlegt van den Berg. Und eine gewisse Freiheit.
Hier finden Sie die vollständige Rezension:
https://taz.de/Buch-ueber-XXL-Kunst/!6145478/
(Auszug:)
Karen van den Berg ist Professorin für Kunsttheorie & inszenatorische Praxis an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Die Kunsthistorikerin hat selbst zahlreiche Ausstellungen kuratiert und forscht insbesondere zu den Produktionsbedingungen von Kunst. In früheren Publikationen hat sie sich etwa mit Formen politischer Kunst beschäftigt.
Für ihr neues Buch hat sie gemeinsam mit der Soziologin Ursula Pasero über einen Zeitraum von sechs Jahren zahlreiche Interviews geführt und Studiobesuche unternommen. Dabei widmete sie sich insbesondere jenen „unsichtbaren Händen“, die dafür sorgen, dass aus einem künstlerischen Konzept ein spektakuläres Werk wird, wie auch all den hochspezialisierten Dienstleistungs- und Fertigungsbetrieben, die daran beteiligt sind.
Aufschlussreich ist van den Bergs Buch vor allem da, wo sie an konkreten Beispielen untersucht und kritisch zuspitzt, wie sich heutige Mega-Künstler:innen organisieren. Katharina Grosse wird dort aufgeführt, die selbst von ihrem „Apparatus“ spricht, dem sie stets ausführliche „Credits“ zuteilkommen lässt und dessen Zentrum sie selbst als Künstlerin bildet.
Sie nennt auch El Anatsui und sein Studio im nigerianischen Nsukka. Dort knüpfen Assistent:innen in Abertausenden Stunden Handarbeit Rohmaterial – von recycelten Aluminiumschraubdeckeln bis zu Schnapsflaschen – zu riesigen Gobelins zusammen. Das Studio sei „durch eine geteilte lebensweltliche Tiefe“ geprägt, „die es mit den Kleinbetrieben, Gebrauchsgegenständen und Alltagspraktiken der Umgebung verbindet“.
Oder Ólafur Elíasson, der mittlerweile drei GmbHs betreibt, eine dreistellige Zahl an Mitarbeiter:innen in slicken Design-Labor-ähnlichen Büro-Werkstätten beschäftigt und der „beinahe alles, was in seinem Studio passiert, zur experimentellen Forschung“ erklärt.
All das hat vielschichtige Gründe, die van den Berg nachzuzeichnen versucht. Was bei alldem mitschwingt, ist die Frage, was es mit der Kunst macht, wenn sie in immer stärker durchprofessionalisierten Zusammenhängen entsteht. „Womöglich verliert sie nicht nur ihren Reiz, sondern auch ihre gesellschaftliche Funktion“, überlegt van den Berg. Und eine gewisse Freiheit.
Hier finden Sie die vollständige Rezension:
https://taz.de/Buch-ueber-XXL-Kunst/!6145478/