Details
ISBN/EAN: 978-3-518-42317-2
Einband: Leinen
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Erschienen am:
15.10.2012
15.10.2012
Sprache:
Deutsch
Deutsch
Umfang:
109 S.
109 S.
Format (T/L/B):
1.5 x 20.5 x 12.7 cm
1.5 x 20.5 x 12.7 cm
Hersteller:
Suhrkamp Verlag GmbH
info@suhrkamp.de
Torstr. 44
DE 10119 Berlin
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DE 10119 Berlin
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Beschreibung
1989 veröffentlichte Peter Handke den Versuch über die Müdigkeit, ein Jahr danach folgte der Versuch über die Jukebox. Den vorläufigen Abschluß dieser erzählerischen Umkreisungen des Alltags bildete der Versuch über den geglückten Tag. Zwanzig Jahre später legt er einen neuen Versuch vor: Versuch über den Stillen Ort. Lang lang ist es her, daß ich einen Roman des englischen Schriftstellers A.J. - Archibald Joseph, wenn ich mich nicht irre - Cronin gelesen habe, in einer deutschen Übersetzung, mit dem Titel Die Sterne blicken herab. Es war ein ziemlich dickes Buch, aber es liegt nicht an dem Autor und seiner Geschichte, die mich damals mitgenommen und begeistert hat, daß ich mich an kaum welche Einzelheiten erinnern kann. Was mir von dem Roman geblieben ist, neben den Sternen, die fortwährend herabblicken: Eine englische Bergwerksgegend und die Chronik einer darbenden Bergleutefamilie, abwechselnd mit jener von betuchten Besitzern (wiederum: wenn ich mich nicht irre). Viel später, angesichts des Films Wie grün war mein Tal, von John Ford, gaukelten, im guten Sinn, die Bilder der Gesichter und Landschaften mir vor, daß es sich da, obwohl ichs doch besser wußte, nicht etwa um eine Verfilmung von Richard Llewellyns How Green My Valley was, vielmehr von Cronins The Stars Are Looking Down handelte. Dabei habe ich doch von dem Epos der herabblickenden Sterne eine einzige Einzelheit behalten. Aber diese geht mir bis zum heutigen Tag nach, und sie ist es auch, welche den Ausgangspunkt für mein nun fast schon lebenslanges Umkreisen und Einkreisen des Stillen Orts und der stillen Orte bildet, und mit der jetzt hier dementsprechend der Anfang des Versuchs darüber gemacht werden soll.
Über Peter Handke
Informationen zu Peter Handke auf suhrkamp.de
Rezension
»Beim Lesen von Peter Handkes Buch ... hat man das Gefühl, dass es wieder so leicht und neu anfängt, wie ein allererstes Werk.«»Wer sich zu Beginn noch gewundert hätte, dass solcher Stoff überhaupt hinreichen könnte, etwas vom Befinden des Dichters fasslich zu machen, sieht sich im Fortgang des Texts eines Besseren belehrt. Handke ist ein unauffälliger Virtuose der Perzeption - einer Flähigkeit, Gegebenes bis in die winzigsten Formen seines Erscheinens zu bemerken und in Sprache zu gestalten.«
»Der Abort ist, wie sein Name sagt, abgeschieden vom Getriebe der Welt. Und was wäre Handke mehr verhasst als dieses Getriebe? Also fügt sich der
Versuch über den Stillen Ort
perfekt in die Reihe der Selbsterklärungsmodelle dieses Autors, die immer auch Welterklärungsmodelle sind, weil sie den Einzelgänger zum Maßstab menschlichen Handelns machen.«
»Auch in seinem vierten Versuch ist Peter Handke ein Meister der unaufdringlichen Komposition. Wie von selbst gleitet der Text vom Erzählen der Stillen Orte in die Stille eines Niemandslands zwischen Paris und der Normandie.«»Es ist eine unendlich gekonnte, wunderbar zu lesende, immer ein wenig mutwillige und dabei doch leichthändige Inszenierung des Zusammenhangs von Leben und Werk.«»Handke macht seinen Leser nicht nur schmunzeln, er lässt ihn über sein Verhältnis zur Welt nachdenken.«»Der Stille Ort, die triviale Toilette, dient dem Schriftsteller nur als Trampolin, mit dem er sich aus der nichtssagenden Wirklichkeit in andere Welten katapultiert. Was für ein schrullig-ironischer Einfall!«